Der richtige Brillentyp: Sehberatung ist die Basis der Entscheidung

Im Kundengespräch wird die Frage beleuchtet, welche Art von Brille gewünscht und technisch umsetzbar ist. Zunächst stellen die Ergebnisse der umfassenden Sehtests die Basis für die Auswahl von Brillentypen dar. In diesem Kontext muss gemeinsam herausgearbeitet werden, bei welchen Aufgaben und Tätigkeiten der Kunde die Einschränkungen der Sehfähigkeit am stärksten verspürt und welche Aufgaben und Tätigkeiten nach Fertigstellung einer neuen Brille besser von der Hand gehen sollen.

"Nur im intensiven Dialog mit den Kunden kann die richtige Lösung gefunden werden."
Gerd-Kurt Schwieren, Augenoptikermeister

"Als aktiver Sänger im Kölner Männer-Gesang-Verein gebe ich hier immer gerne ein Beispiel: Die Brille eines Sängers muss es ermöglichen, dass er seine Noten lesen, sein direktes Umfeld wahrnehmen und in weiterer Distanz den Dirigenten gut sehen kann. Drei Sichtfelder in drei Distanzbereichen müssen hier also von einer Brille abgedeckt werden. Hingegen kann der gleiche Sänger, der in den Proben eine solche Brille benötigt, in seinem Beruf mit einer reinen Arbeitsplatzbrille, die den Distanzbereich zum PC-Monitor und ein Raumumfeld von rund 3-4 Metern abdeckt, viel besser beraten sein. Häufig gilt es hier Entscheidungen ausgehend von den Nutzungsanforderungen zu treffen - vor allem wenn Einschränkungen der Sehfähigkeiten sowohl im Nah-, wie auch im Fernbereich vorliegen", erläutert Gerd-Kurt Schwieren.

Im Alter zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr schiebt sich das Thema "Gleitsichtbrille" bei vielen Kunden oft erstmals in den Fokus. Diese multifokalen Brillengläser ermöglichen es, Defizite in der Sehfähigkeit sowohl im Nah-, wie auch im Fernbereich mit einer Brille zu korrigieren. Ganz ohne Zweifel hat die Entwicklung der übergangslosen Gleitsichtbrillen zu einer neuen Qualität des Sehkomforts geführt. "Aber es muss auch immer geprüft werden, ob mit einer Gleitsichtbrille wirklich alle Anforderungen des Kunden abgedeckt werden. Und es muss im Einzelfall sichergestellt werden, dass Brillengläser mit der richtigen Größe, Form und Biegung gewählt werden, um beste Sicht und hohen Komfort beim Tragen zu gewährleisten", verdeutlicht Gerd-Kurt Schwieren den Beratungsbedarf im Vorfeld der Anfertigung einer Gleitsichtbrille.

Ist die Größe der Gläser festgelegt, kann die Auswahl einer Brillenfassung beginnen. "Vor allem bei Gleitsichtgläsern sind die Gläser meist recht groß, sonst gestalten sich die Distanzübergänge im Sichtfeld der Brille zu klein", erläutert Optikermeister Gerd-Kurt Schwieren. Neben den modischen Aspekten sollte bei der Wahl einer neuen Brillenfassung vor allem auf den Tragekomfort geachtet werden. "Eine Brille muss perfekt passen und man muss sich mit ihr wohlfühlen. Mit dem Gewicht der Brille, mit der Form der Bügel, mit der Ausgestaltung der Nasen-Pads - um nur einige Stichworte zu benennen. Lieber bei der Auswahl etwas mehr Zeit aufwenden und dann über Jahre zufrieden sein."